Das Idealgewicht und die ideale Figur – Teil 1 Die Indizes

3-Teilige Artikelserie zum Idealgewicht

In dieser Artikel-Serie wollen wir uns mit dem Thema Optimalgewicht befassen. Wann ist man schlank und wann darf man als Übergewichtig gelten? Es gibt hierzu einige Indizes, die gerne zur Beurteilung herangezogen werden. Manche sind dazu geeignet, manche eher nicht. Einer davon ist der BMI.

Schon immer geisterte der BMI (Body Mass Index) durch die Hallen der Fitnessbranche. Jede Zeitschrift, jedes TV-Magazin, ja sogar manch gestandener Mediziner gerät ins schwärmen, wenn die Sprache auf den BMI kommt. Dabei wird eine Sache nicht sinnvoller, je öfter sie erwähnt wird.

Auch als im Jahre 2007 vom Bundesgesundheitsministerium die Aktion Leben hat Gewicht – gemeinsam gegen den Schlankheitswahn ins Leben gerufen wurde, hat man wieder einmal den BMI bemüht, um herauszufinden, ob man „Normalgewichtig“ ist. An der Verliebtheit in den BMI hat sich bis heute nichts geändert. Grund genug, sich des Themas einmal näher anzunehmen.

Zunächst einmal existiert so etwas wie ein Normalgewicht nicht. Demzufolge lässt es sich auch nicht über einen wie auch immer gearteten Index berechnen.  Wenn das so ist, warum wird dann immer versucht, den Menschen in eine Schablone zu pressen?

Was sagt der BMI aus?

Beim BMI setzt man die Körpergröße in Relation zum Körpergewicht. Das Ergebnis soll dann darüber Auskunft geben, ob der betreffende Proband „normalgewichtig“ ist oder nicht. Eine 1,65m große Frau mit 69 kg steht demnach an der Grenze zum Übergewicht.

69 kg / (1,65 * 1,65) = 25,36

Ein sportlich muskulöser Mann, der bei einer Körpergröße von 1,88 97 Kilogramm auf die Waage bringt, wäre demzufolge nicht nur übergewichtig, sondern nur noch einen kleinen Schritt von der krankhaften Adipositas (Fettleibigkeit) entfernt.

Vom BMI auf Übergewicht zu schließen, ist also nicht möglich. Maßgeblich für Übergewicht ist einzig und allein der Anteil des Fettgewebes. Darüber kann der BMI jedoch überhaupt keine Auskunft geben.

Etwas besser geeignet ist hierzu der WHtR (Waist to Height Ratio).

Das Bild zeigt eine Frau die durch abnehmen ihre Kleidergröße verringert hatDieser Index setzt nicht das Körpergewicht, sondern den Bauchumfang ins Verhältnis zur Körpergröße. Dies hat den Vorteil, dass gezielt auf den schädlichen Bauchfettanteil eingegangen wird. Unserem bereits genannten Beispiel der Frau mit 1,65m Körpergröße und 69 kg Gewicht fügen wir nun einfach eine zweite Probandin hinzu, die über exakt die selben Voraussetzungen verfügt.

Einziger Unterschied ist bei beiden der Bauchumfang. Testperson 1 hat einen Bauchumfang von 78cm und bei Testperson 2 zeigt das Maßband 89cm an. Richtet man sich nun nach dem WHtR und teilt den Bauchumfang durch die Körpergröße, erhält man unterschiedliche Ergebnisse.

  • Testperson 1 | 1,65m | 69 kg | 78cm Bauchumfang   WHtR: (78 /165) = 0,47
  • Testperson 2 | 1,65m | 69 kg | 89cm Bauchumfang   WHtR: (89 /165) = 0,54

Ergebnisse unter 0,5 gelten dabei als gut und Ergebnisse über 0,5 als schlecht.

Wie man sieht, hat die Frage, ob ein Mensch übergewichtig oder untergewichtig ist, wenig mit seinem Gewicht zu tun. Vielmehr ist dabei die Form und der Körperfettanteil entscheidend.

Ausreichend für eine objektive Bewertung ist das allerdings noch immer nicht. So wurde zum Beispiel in einer Studie festgestellt, dass Fett an den Oberschenkeln und am Po für den Körper sogar eine schützende Wirkung haben kann. Um wirklich eine Aussage über das Optimalgewicht treffen zu können, ist deshalb ein bislang noch nicht genanntes Verhältnis entscheidend:

Das Verhältnis von Fett zu Muskelgewicht.

Um dieses geht es in Teil 2 der Atikel-Serie.
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