Doping und Steroide FAQ

Das Bild zeigt Tabletten in ? Form und soll die Frage stellen ob Doping mit anabolen Steroiden wie Testosteron und EPO in Ordnung ist oder nicht

Doping und Steroide FAQ

Hier finden Sie eine eine Antwortliste zu den häufigsten Fragen zum Thema Doping, Steroide und Wachstumshormone. Wann, warum und für wen ist es geeignet. Sollten Fragen auftauchen, beantworten wir diese gerne über das Kontaktformular.

Welche Nebenwirkungen gibt es?

Die Liste ist aufgrund der unterschiedlichen Mittel und Sportarten so lang, dass es unmöglich ist, sie alle aufzulisten. Da unser Hauptthema im Fitness Camp der Kraftsport ist, legen wir den Fokus natürlich auf Steroide. Die bekanntesten Nebenwirkungen sind hier:

  • Leberversagen
  • Herzstillstand
  • schwere Akne
  • Geheimratsecken (massiver Haarausfall)
  • Impotenz
  • Veränderung der Gesichtskonturen
  • Virilisierung (Vermännlichung bei Frauen – Bartwuchs, tiefe Stimme usw.)
  • Prostatawachstum (kann Prostatakrebs fördern)
  • Gynäkomastie (Anschwellen der Brust – muss operativ entfernt werden und wird nicht von der Kasse bezahlt)
  • multiples Organversagen

Alleine schon aufgrund der massiven Nebenwirkungen sollte klar sein, dass Steroide – egal in welcher Form – nichts in einem gesunden Körper zu suchen haben.

Wer dopt?

Kurz und knapp: sehr viele Leistungssportler. Das „sehr viele“ steht hier mehr aus rechtlichen als aus tatsächlichen Gründen. Natürlich wäre es vermessen zu behaupten, dass alle dopen und das ist sicherlich auch nicht unser Ziel. Fakt ist aber auch, dass Leistungen ab einem bestimmten Niveau definitiv nicht mehr auf natürlichem Wege erbracht werden können. Den Rest kann sich jeder selbst denken.

Wenn es so gefährlich ist, warum machen es dann so viele?

Zum einen hat jeder Mensch eine andere Toleranzgrenze. Manche können sich ein Gramm Testosteron in der Woche spritzen und bekommen weder Akne noch Haarausfall. Zum anderen treten die möglichen Nebenwirkungen früher oder später zwar immer auf aber da oft kein direkter Zusammenhang hergestellt werden kann, steigt mit zunehmendem Erfolgsdruck auch die Risikobereitschaft.

Laut einer anonymen Umfrage unter Sportlern wäre ein Großteil aller Spitzensportler bereit, für eine Goldmedaille Leistungssteigernde Mittel zu konsumieren. An sich nichts Besonderes. Pervers wird dieses Ergebnis dadurch, dass die Bereitschaft auch vorhanden wäre, wenn daran die Bedingung geknüpft wäre, nur noch fünf Jahre leben zu dürfen.

Ist Doping legal?

NEIN! Sowohl die Beschaffung als auch der Besitz ist strafbar und die Zeiten, in denen die Ordnungshüter (oft aus Unwissenheit) das Thema Doping im Breitensport als Kavaliersdelikt gesehen haben, sind zum Glück vorbei.

Aus dem Bereich der Drogen kennen viele den Begriff „kleine Mengen zum Eigenbedarf“ und dass dieser nicht strafbar wäre. Diese Frage stellt sich zumindest bei Steroiden nicht. Niemals wird eine Kur gestartet, wenn nicht das Steroid selbst und die notwendigen, begleitenden Medikamente zum absetzen komplett vorrätig sind!

Eine Kur, die aufgrund von fehlendem Stoff unterbrochen werden muss, kann verheerende Folgen für das endokrine System haben. Sie wird deshalb grundsätzlich erst bei Vorhanden sein der ganzen Dosis gestartet. Damit hat sich das mit der „kleine Menge“ auch erledigt.

Müssen Steroide immer „gespritzt“ werden oder kann man sie auch oral einnehmen?

Das Bild zeigt Tabletten und Pillen, die den Gebrauch von Steroiden und Wachstumshormonen symbolisieren sollenJA, es muss injiziert werden. Oral geht es nicht, da oral zugeführte Steroide zunächst einmal die Leber passieren müssen. Deren Aufgabe ist es, selbige unschädlich zu machen (entgiften). Damit das nicht passiert, müssen sie verändert werden (17 Alpha Alkylierung oder 17-aa – eine spezielle Veränderung an der 17. Position eines Wirkstoffes, der vor einem vorzeitigen Abbau in der Leber schützen soll).

Das hält aber selbst die gesündeste Leber maximal fünf oder sechs Wochen durch und genau hier liegt das Problem. In dieser kurzen Zeit kann kein Steroid der Welt bleibende Masse und Kraft aufbauen.

Egal was man Ihnen erzählt, es geht nicht. Deshalb bleibt nur die Injektion direkt in den Muskel. Dabei gibt es jedoch einige Punkte zu beachten. Nun wollen wir hier keine Anleitung zum richtigen injizieren schreiben aber wer sich mit dem Thema näher beschäftigen möchte, findet hier kompetente Hilfe.

Ab wann kann man Steroide nehmen?

Steroide machen erst – und wirklich erst dann – Sinn (sofern man in diesem Zusammenhang überhaupt von Sinn sprechen kann), wenn das naturale Limit erreicht wurde. Das gilt übrigens für alle Sportarten gleichermaßen.

WICHTIG: Steroide können nicht zaubern. Bevor überhaupt an Doping zu denken ist, muss zwingend die eigene, naturale Grenze erreicht und auch verstanden worden sein!

Training ist die eine Sache. Ernährung die andere. Wenn ein Athlet seinen Körper genau kennt und weiß, wie er zum Beispiel auf kleinste Veränderungen im Trainingsplan, der Trainingszeit und der gesamten Ernährung reagiert und trotzdem schon seit längerem keine Fortschritte mehr erzielt, kann Doping eine Option sein.

Diesen Zustand erreicht man aber nicht nach lediglich ein paar Jahren Training. Diesen Zustand erreicht man auch nicht, wenn man den Sport nur neben einem normalen Beruf her betreibt. Ein solches, für Doping unabdingbares Wissen kann nur der erlangen, der den Spot zum Beruf hat. Für andere Beschäftigungen bleibt da keine Zeit.

Das ist auch der Grund, warum Menschen nie gleichzeitig an der Weltspitze ihres Sports stehen und dazu noch Vorstandsvorsitzender eines multinationalen Konzerns sind.

Spätestens jetzt sollte jeder, der halbwegs bei klarem Verstand ist, zum Schluss kommen, dass Doping – gleich welcher Art – im Breitensport nichts zu suchen hat.

Ab welchem Alter kann man Steroide zu sich nehmen?

Einfache Antwort: frühestens wenn man ausgewachsen ist. Steroide hemmen das Wachstum des Körpers. Dies ist keine „Kann-Bestimmung“ sondern eine Tatsache. Durch Steroide werden die Epiphysen-Fugen in den Knochen geschlossen und beenden so jedwedes Wachstum.

Was leisten Steroide?

Direkt und durch ihre bloße Existenz NICHTS! Sie sind nur hormonelle Ergänzungen. Testosteron hat ohnehin jeder im Körper. Anabolika ist kein Wundermittel, sondern nur der Überbegriff für „aufbauende“ Mittel (anabol = aufbauend, katabol = abbauend).

Steroide erhöhen zum Beispiel die Rate der Proteinsynthese. Damit dies geschieht, muss aber auch Protein in großen Mengen zugeführt werden. Wer seinen speziellen Bedarf nicht kennt und somit auch nicht weiß, wie er ihn während einer Kur anpassen muss, wird niemals das gewünschte Ergebnis erhalten.

Steroide sorgen von sich aus für wenig bis gar kein Wachstum. Sie fördern lediglich einen Prozess, der durch richtige Ernährung und Training in Gang gebracht wird. Wer die Nahrung und das Training nicht perfekt anpasst, richtet durch die ohnehin vorhandenen Nebenwirkungen noch zusätzlichen Schaden an, indem er schlichtweg nicht das Ergebnis erhält, das er sich versprochen hat.

Wenn wir schon bei den Zuwächsen sind, ist eines wichtig festzuhalten: niemand kann vorhersagen, inwieweit sich Steroide auf den Muskelzuwachs auswirken!

Das ist individuell verschieden und kann unmöglich verallgemeinert werden. Berichte von Pfundweise Muskelmasse in wenigen Wochen sind totaler Unsinn. Meist können die, die sowas behaupten lediglich Fett und Wasser nicht von Magermasse unterscheiden.

Wer dopt bekommt automatisch Muskeln, wird schneller, …?

Auch das gehört ins Reich der Mythen und Märchen. Doping verstärkt lediglich vorhandene Elemente. Wenn zwei Sportler aufgrund ihrer Genetik und ihrem Trainingsniveau exakt denselben Leistungsstand besitzen, wird sich daran auch solange nichts ändern, bis einer von beiden „nachhilft“

Aussagen wie „die sind ja auch gedopt, da ist es ja einfach“ oder „mit Doping kann das jeder“ sind Stammtisch-Lyrik und entsprechen nicht einmal ansatzweise der Wahrheit.

Wer glaubt, als Hobbysportler müsse man nur die richtigen Substanzen einnehmen und schon könnte man in der Weltspitze mithalten, der sieht sich schnell getäuscht. Die Weltspitze ist deshalb die Spitze, weil die Athleten auch ohne Doping zu den besten der Welt gehören würden. Doping hilft nur dabei, untereinander die Nase vorn zu haben.

Fazit

Wer bis jetzt immer noch nicht überzeugt ist, dass Steroide im Breitensport wenig bis gar keinen Nutzen haben, wird hoffentlich im zweiten Teil seine Meinung ändern, wenn es um die Beschaffung und Reinheit der verfügbaren Substanzen geht.

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